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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer

12. August – 1. Oktober 2017

Eine Zusammenarbeit zwischen der Kunsthalle Bern und dem Kunsthaus Glarus.

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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
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Foto: Gunnar Meier


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Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier


Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer, 2017
Foto: Gunnar Meier

Mit Werken von

Lutz Bacher
Bernadette Corporation
Vern Blosum
Kim Seob Boninsegni
Daniel Bosser
Claire Burrus
Bonnie Camplin
Ulises Carrión
castillo/corrales
Henry Codax
Verena Dengler
John Dogg
Trenton Duerksen
Bernd Fischerauer / Wolfgang Bauer
Guerrilla Girls
Nancy Halt
Thomas Julier
Tom Kummer (Textbeitrag)
Danny McDonald
Gianni Motti
Puppies Puppies
Rrose Sélavy
Reena Spaulings
St. Bernard
Werner von Delmont
Ramaya Tegegne
Philippe Thomas
Werner von Delmont
Seyoung Yoon

Gerüchte schillern, verführen und sind in ihren Wirkungen schwer berechenbar. Als informelle Erzählungen stören sie gängige Begriffe von Wahrheit und Moral. Dass sich ihre Mechanismen analysieren lassen, tut ihrer anziehenden und geheimnisvollen Energie meist kaum Abbruch. Gerüchte schaffen durch ihr Spiel mit der Erfindung Nähe und Übereinkünfte. Sie setzen die Fantasie in Gang und regen spekulatives Denken an. Lässt man sich auf sie ein, wird ungesichertes Terrain beschritten. Was die Neugierde und manchmal die Sensationslust nährt, kann kippen und eine andere Dynamik annehmen. Der Ruf ist ruiniert oder die aufregende Erzählung löst sich in manchmal banale Erkenntnis auf, das Lauffeuer erlischt, höchstens bleibt Rauch. Trotzdem hinterlassen Gerüchte Spuren, manche bleiben über lange Zeit lebendig, werden zu Legenden.

In der Kunst werden Gerüchte über Künstler/innen, deren Identität und Leben gestreut. Manchmal werden Erzählungen über (soziale) Kontexte oder die Künstler/in-Persona gewichtiger als die Werke an sich und „Gossip“, Werk und Künstler/in bedingen sich gegenseitig. Eine Spur von Gerücht haftet auch Kunstwerken an, deren Sinngehalt nicht eindeutig entschlüsselt werden will. Nie kann man sich sicher sein, ob das Gesehene oder Gehörte und was man selbst dazu denkt „wahr“ oder „richtig“ ist, und man jongliert mit den laufenden Vermutungen und Behauptungen. Wird das „offene Kunstwerk“ mit seinen Leerstellen an sich von einem Sprechen begleitet, das gewissen Strukturen des Gerüchts nahekommt? Gerücht und Kunstwerk fussen auf subjektiv geprägten Ideen und Glaubensvorstellungen und gehen mit dem Verlangen nach gemeinschaftlichen Diskussionsprozessen einher, welche diese ungesicherten Behauptungen des Künstlers, des Kunstwerks, des Gerüchts kommentieren.

Die Ausstellung Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer bringt Künstler/innen zusammen, deren Werke und/oder Fiktionalisierung der eigenen Autorschaft Erzählungen hervorrufen, die von Gerüchten begleitet sind oder sich um solche drehen. Die Schau lässt ein eigenes Narrativ entstehen, das sich zwischen den beiden Ausstellungsorten entfaltet und immer nur fragmentarisch erfahrbar ist.

Im Kunsthaus Glarus konzentriert sich die Ausstellung auf Kunstwerke, die durch ein gerüchte-artiges (über sie) Sprechen ihre Kraft und Wirkung entwickeln. Wenn auch nicht immer ausdrücklich, rufen manche Kunstwerke dazu auf, Gerüchte entstehen zu lassen, die womöglich Teil des Werkes werden. Andere Künstler/innen spekulieren mit ihren Werken in die Zukunft oder interessieren sich für die geschichtsschreibende Macht des Gerüchts. Manche Kunstwerke verweisen auf Visionen oder Magisches, erzählen von nicht-identifizierbaren Orten oder Personen, geben vor, etwas zu sein, das wir nicht unbedingt erkennen. Gezeigt werden auch Werke, die Gerüchte weitergeben. Gerüchte oder Gossip können Privates und Öffentliches verbinden, sie manipulieren, haben eine psychologische Wirkung. Sie sind sozialer Kitt und Motor der Kunstwelt, einer Gemeinschaft, die nach eigenen Regeln funktioniert.

In der Kunsthalle Bern stehen Künstler/innen im Vordergrund, die ihre autorschaftliche Identität hinter Pseudonymen und Alter Egos verschleiern. Es versammeln sich Doppelgänger, fiktionale Künstlerpersonas und ähnliche Auswüchse der Sehnsucht, ein/e andere/r zu werden. Maskierungen der eigenen Identität inszenieren den Reiz, dahinter zu blicken, das Geheimnis zu lüften. Diese teils historischen Positionen sind Umgangsformen mit dem Gerücht, akrobatische Übungen mit der Wahrheit, die in einer aktuell oft als „postfaktisch“ bezeichneten Gegenwart wie Vorläufer einer heutigen Normalität wirken, in der die Gestaltung der eigenen Identität Teil der allgemeinen Selbstoptimierung geworden ist. Der Auftritt des Selbst wird fiktional ausgeschmückt und die Biografie frisiert, um den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Die fiktive Gestalt, als die man sich erfindet, muss aber identifizierbar bleiben. Sie soll wiedererkennbar und auf eine tatsächliche Person zurückführbar sein. Auch Künstler/innen stehen in dem Konflikt, sich selbst als Marke zu bewerben, ihren Wert durch Wiederkennbarkeit steigern zu müssen. Mit diesem Konflikt wird unterschiedlich umgegangen. Im gleichen Moment bietet das künstlerische Spiel mit Masken die Möglichkeit, das eigene Ich zum Verschwinden zu bringen oder viele zu werden. Auch dieser Widerspruch wird vielfältig bearbeitet. Auf Instagram verbergen sich Künstler/innen heute hinter Namen wie Darkmaerchen, Cracknpain oder Certified_Freak. Hunderte andere wissen sogleich, um wen es sich handelt. Gerüchte über die Identität können sich schnell streuen und ebenso schnell ihr Geheimnis lüften. Vielleicht wird man aber auch so schnell erkannt, dass das Zwischenschalten von Masken notwendig scheint, damit sich das Gegenüber nicht sofort gelangweilt von der erkannten Identität abwendet?

Kuratiert von Valérie Knoll und Judith Welter

Kunsthaus Glarus
13. August – 8. Oktober 2017
Eröffnung: Samstag, 12. August 2017 ab 18 Uhr

Bild: St. Bernard, Rex, 1990
Pigmentiertes Harz, Metall, Farbe
210 × 58 × 28 cm
Courtesy Private Collection, Berlin

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